"Sind die noch zu retten?"

Artikel im BM-Magazin, Ausgabe November 2013


                         
 
 
Dörr Histoglas verleiht alten Fenstern ein neues Gesicht.
Sind die noch zu retten?
 
Im Zuge der energetischen Sanierung historischer oder denkmalgeschützter Gebäude werden immer noch sehr viele wunderschöne alte Fenster ausgebaut und entsorgt. Das muss nicht sein, denn der Aufwand, diese Bauelemente zu erhalten und energetisch aufzuwerten, ist vergleichsweise gar nicht so hoch, Die Firma Dörr Histoglas praktiziert dies schon seit Jahrzehnten mit Erfolg.
 
 
Fenster bestimmen in hohem Maße die Gesamtoptik eines Gebäudes. Der Zustand der Fenster ist oft auf den ersten Blick nicht mehr zu retten, obwohl die Substanz durchaus noch gut ist. Abblätternde Anstriche, fehlende Kittfugen, defekte Eckverbindungen, nicht funktionierende Beschläge, verzogene Rahmen, fehlende Dichtungen, rissiges Holz und schadhafte Stellen bewirken, dass die Fenster gegen neue ausgetauscht werden.
Eigentlich sind das alles lösbare Probleme für einen Handwerker. Und trotzdem, trauen sich die wenigsten Betriebe an das Thema Fensterinstandsetzung heran. Leider ist das Bewusstsein für die Unwiederbringbarkeit dieser wertvollen historischen Substanz noch nicht sehr weit verbreitet und es wird oft über die Beharrlichkeit der Denkmalämter geschimpft.
 
               
Um das Gebäudeinnere vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurde nach der Fensterflügel-Demontage die Öffnung mit einer Kunststoffstegplatte geschützt.
 
Historische Werte bleiben erhalten
Bei der Restauration der alten Fenster, auch im Hinblick auf den Wärmeschutz, soll die historische Optik, sowohl innen als auch außen, weitestmöglich erhalten bleiben. Bisher ist oftmals das Aufsetzen eines neu produzierten Holzrahmens, der mehr oder weniger dick ist, gängige Praxis. Dieses Verfahren bringt jedoch deutliche optische Nachteile mit sich. Neu produzierte Aufsatzrahmen verändern, selbst bei größtmöglicher historischer Nachbildung, die Gesamtoptik des Gebäudes.
Zudem ist dieses Verfahren oft mit hohem Aufwand und somit hohen Kosten verbunden. Historische Beschläge sind oftmals nicht dazu geeignet das erhöhte Gewicht der neuen Verglasung zu tragen, und müssen folglich durch weniger originalgetreue Beschläge oder teure Nachbauten ersetzt werden, was die historische Gesamtoptik beenträchtigen kann.
 
                     
Die Stabilität und die Passgenauigkeit sowie die schadhaften Stellen am Fenster werden in der Werkstatt nochmals begutachtet und fachmännisch beseitigt.
 
Restaurierung, aber bitte richtig
Grundsätzlich ist sehr viel Sorgfalt bei der Bestandsaufnahme vor Ort notwendig. Die Fensterflügel müssen einzeln auf Verzug, Dichtigkeit und Passgenauigkeit geprüft und dokumentiert werden. Je genauer diese Vorarbeit gemacht wurde, umso besser stehen die Chancen, dass nach der Bearbeitung die Flügel nur noch in die im Bau verbliebenen Rahmen eingehängt werden müssen, ohne diese nacharbeiten zu müssen. Selten müssen auch die Rahmen ausgebaut werden. Die ausgehängten Flügel werden durch eine Verblendung aus Kunststoffstegplatten ersetzt. So können die Rahmen vor Ort problemlos bearbeitet werden. Hier handelt es sich meistens nur um eine Erneuerung der Oberfläche, also kleinere Malerarbeiten, die durchaus vom Bauherren selbst oder einem Maler vor Ort durchgeführt werden können. Beste Erfahrungen hat Dörr Hstoglas mit Anstrichen auf Leinölbasis gemacht. Durch die dauerhaften natürlichen Farben bleibt das physikalische Gleichgewicht des Holzes erhalten, der Anstrich bleibt auf Dauer elastisch und kann leicht überstrichen werden. Bewusst wird auch mit dem Pinsel gestrichen, so entsteht eine historische Optik die es auch ermöglicht, nur einzelne Fenster an das Gesamtbild des Gebäudes anzupassen.
 
                     
Um den energetischen sowie historischen Ansprüchen gerecht zu werden, wird die alte Verglasung gegen das neue Histofein-8-Glas getauscht.
 
Die Hauptarbeit passiert in der Werkstatt.
Hier werden zunächst die Rahmen der Fensterflügel stabilisiert und auf Passgenauigkeit bearbeitet und dann erst ausgeglast. Danach werden lose Anstriche und Kittreste entfernt und schadhafte Stellen im Holz ersetzt, kleinere Risse werden ausgespachtelt. Ganz zum Schluß wird ringsum eine Nut für eine filigrane Silikondichtung eingefräst, die sich über Jahrzehnte bewährt hat. Um die speziell von Histoglas entwickelten dünnen Isolierglasscheiben einsetzen zu können, muss der Falz nur minimal nachgefräst werden. Durch die geringe Scheibendicke von 8 bis 13 mm und einem auffallend filigranen Randverbund könne die historischen Rahmen und Bänder erhalten bleiben. Durch die neu gefräste, saubere Falzkante kann die neue Scheibe sauber verkittet werden. Bei der Firma Histoglas wird traditionell das neue Isolierglas mit Elastokitt verfugt. Die historische Optik einer Kittfuge ist mit Silikon und Glasleisten einfach nicht erreichbar.
 
                         
Im Vergleich: Das Sonderisolierglas Histofein 8 (r) ermöglicht eine originalgetreue Ansicht des Bestandsfensters mit traditioneller Kittbettabdichtung.
 
Dörr Histoglas restauriert aber nicht nur selbst alte Fenster, sondern liefert seine Isoliergläser, genau auf Maß, auch direkt an die Verarbeiter und steht jederzeit mit seinemKnow-how zur Verfügung, auch wenn es um die Diskussion mit den Denkmalämtern geht.
Ein Highlight im Produktprogramm ist das Sonderisolierglas Histofein 8. Gegenüber der Einfachverglasung mit dem Wärmedämmwert Ug=5,8W/m²K, errreicht das neue 8 mm dicke Glas eine deutliche Verbesserung der Wärmedämmleistung (Ug=1,9W/m²K).
Generell ist das Glas außen mit leicht welliger Glasoptik (Histoglas-RT) erhältlich.
 
 
 


Artikel im BM Magazin In der Ausgabe November 2013 wird im BM-Magazin ein Artikel über Dörr Histoglas veröffentlicht.


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